Vorsorgevollmacht/Generalvollmacht als Gefahrenquelle:

Die aktuelle Entscheidung des OLG Schleswig vom 18.03.2014 macht einmal mehr deutlich, dass bei der Erteilung von Vorsorgevollmachten bzw. Generalvollmachten die Bedeutung des Innenverhältnisses zwiscshen Vollmachtgeber und Bevollmächtigtem unterschätzt oder gar nicht erkannt wird. Der Erteilung einer Vorsorgevollmacht liegt im Innenverhältnis regelmäßig ein Auftragsverhältnis zu Grunde. Auch im Verhältnis Eltern-Kinder. Was das bedeutet, erfahren die bevollmächtigten Kinder oftmals erst nach dem Tod der vollmachtgebenden Eltern: Sie müssen gegenüber Miterben Rechenschaft ablegen und sie tragen im Fall von § 667 BGB die Darlegungs- und Beweislast für die auftragsgemäße Verwendung bzw. Herausgabe des Erlangten. Wenn sie dies nicht können, laufen sie Gefahr, Schadensersatz leisten zu müssen.

Bei der Erteilung einer Vorsorgevollmacht ist eine Beratung durch einen Fachanwalt für Erbrecht daher dringend zu empfehlen. Dies dient dem Schutz beider Seiten: Den Eltern und dem bevollmächtigten Kind.