Irritation durch Globalisierung?
Wir bringen Licht ins Dunkel.

In Zeiten von zunehmender Globalisierung und einer nicht zu bremsenden Mobilität wird auch der Rechtsverkehr immer grenzüberschreitender – das steht völlig außer Frage. Dass dies auch enorme erbrechtliche Auswirkungen zur Folge hat, wird nicht selten unterschätzt.

Denn Erbfälle mit Auslandsbezug liegen sowohl dann vor, wenn ein deutscher Staatsbürger seinen Wohnsitz im Ausland hat, als auch umgekehrt, zudem aber auch dann, wenn Sie Vermögen im Ausland besitzen. Das kann ein Ferienhaus sein oder auch Vermögen auf ausländischen Konten.

Bis zur Wirksamkeit der EU-Erbrechtsverordnung im Jahr 2015 knüpft die Frage, welches Erbrecht anzuwenden ist, grundsätzlich an die Nationalität an. Durch die Prüfung von Verweisungsnormen muss dann in jedem Einzelfall geprüft werden, ob z.B. türkisches, italienisches, russisches oder US-Recht anzuwenden ist.

Solche Fälle sind mit größter Sorgfalt zu behandeln, was für die Testamentsgestaltung gleichermaßen gilt wie für die Abwicklung eines Nachlasses. Besonders beim Besitz von Immobilien im Ausland kommt es häufig zu einer sogenannten Nachlassspaltung. Viele Rechtsordnungen knüpfen beim Immobilienbesitz nämlich an das Recht des Belegenheitsortes an, also wo sich das Grundstück befindet. Es kann dann sein, dass für das bewegliche (Geld-)Vermögen deutsches Recht zur Anwendung kommt, für die Auslandsimmobile aber französisches Recht. Es kann ebenso passieren, dass ein Testament, das nach deutschem Recht gültig ist, im Ausland keine Gültigkeit besitzt. Auch ist es in vielen Ländern (z.B. Italien) nicht zulässig, dass ein Testament von Ehegatten gemeinsam errichtet wird. In diversen Ländern sind Erbverträge sogar völlig unbekannt.

Auch im steuerlichen Bereich sind Erbfälle mit Auslandsbezug ein heikles Thema. Jedes Land kann und wird ohne Rücksicht auf ausländische Steuerpflichten den im jeweiligen Land befindlichen Nachlass besteuern. Es kann dann der Fall eintreten, dass es bei ein und demselben Erbfall zu sehr unangenehmen Mehrfachbesteuerungen kommt. Und zwar dann, wenn zwischen den beteiligten Ländern kein Doppelbesteuerungsabkommen besteht.

Liegt bei Ihnen ein Erbfall mit Auslandsbezug vor, setzen Sie auf unseren großen Erfahrungsschatz im internationalen Erbrecht. So sind wir auch Ihr Partner bei der Beratung und Abwicklung internationale Erbfälle.

Herr Rechtsanwalt Heinrich ist seit vielen Jahren Hochschuldozent im Fachbereich Steuern&Prüfungswesen. Durch die Vernetzung unter den dortigen Kollegen (Finanzrichtern, Mitarbeitern bei der OFD u.a.), Kooperationen mit Steuerberatern & Wirtschaftsprüfern kann die Einholung von kostenintensiven Gutachten häufig vermieden werden.